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Brasilien ist der einzige Kaffeeproduzent der Welt, der selbst in nennenswertem Umfang Kaffee konsumiert: Wenn man sich auf den Verbrauch in absoluten Zahlen bezieht, liegt das Land auf dem zweiten Platz. Der Kaffeemarkt wird dabei zu 90 Prozent von "ganzen Bohnen" beherrscht. Gemahlener, vakuumverpackter Röstkaffee dagegen wird vorwiegend in Regionen mit einem hohen europäischen Bevölkerungsanteil wie Rio Grande do Sul oder in den Metropolen konsumiert. Hier rechnet sich der Pioniergeist der Melitta-Gruppe, die in den sechziger Jahren auszog, um das Kaffeeland Brasilien zu erobern. Mittlerweile ist Melitta Marktführer bei den gemahlenen Röstkaffees in Brasilien.

Aber die Brasilianer haben natürlich ihre Vorliebe für den kleinen Kaffee zwischendurch - den Cafezinho. Die Portugiesen hatten in den Jahrhunderten maurischer Besetzung ihres Landes den Türkentrank kennen und schätzen gelernt. Und ihn als kleines, aber pragmatisches und vorurteilsfreies Volk in das riesige Brasilien eingeführt. Heute gehört der Cafezinho zum Lebensgefühl aus Gastfreundschaft und Lebensfreude. Er gehört dazu, wenn zwei Brasilianer zusammen sitzen, ist das Kommunikationsgetränk überhaupt. Und liefert entsprechend die Tinktur der Literatur: "Der Roman Brasiliens ist durchtränkt mit dem Roman des Kaffees. Ihn töten heißt, unsere eigene Geschichte töten." (Beatriz Garcia, O romance do cafe, Sao Paulo, 1999).